Schulseelsorge an der Helmholtzschule

Für Kinder und Jugendliche und deren Anliegen braucht man Zeit. Im 45 oder 90 Minuten-Rhythmus von Unterricht ist diese Zeit oft nicht vorhanden. Deshalb gibt es an vielen Berufsschulen und Gesamtschulen, aber auch an einigen ausgewählten Gymnasien Schulseelsorge. Die evangelische Kirche von Hessen und Nassau bezahlt mich dafür, eine Extraportion Zeit zu haben - für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Kolleginnen und Kollegen, für alle, die an der Helmholtzschule arbeiten. Wenn mich also jemand fragt, wer meine Gemeinde ist, antworte ich: „die Helmholtzschule“. Viele Gespräche sind Tür-und-Angel-Gespräche, passieren auf dem Flur. Aber es gibt auch Gespräche, die brauchen einen geschützten Raum. Den gibt es im ehemaligen Schülercafé, dem „Raum der Begegnung“. Hier sieht es eher aus wie im Wohnzimmer, und mit Hilfe von Schülerinnen und Schülern sind die Möbel ausgesucht und der Raum eingerichtet worden. Er steht auch den Streitschlichtern und Mentoren bei Bedarf zur Verfügung. Der Schwerpunkt meiner Seelsorge ist also das beratende und begleitende Gespräch, in dem ich zu vermitteln hoffe, dass ich zuhöre und mein Gegenüber ernst nehme. Ziel ist, die Kinder und Jugendlichen zu stärken und zu überlegen, was wichtig und nötig ist.

Das kann auch bedeuten, dass ich mit anderen Stellen wie z.B. Beratungsstellen zusammenarbeite oder jemanden bitte, dorthin zu gehen, um sich umfassende Hilfe zu holen.

Bei allem Ernst als Schulseelsorgerin darf aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen, ja, der ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

Zum einen gehört zu meiner Arbeit, dass ich im Rahmen des Eingangsprogramms mit den 5. und 6. Klassen zusammen mit den KlassenlehrerInnen Projekttage durchführe.

Zum anderen bildet auch die Organisation und Durchführung des Präventionsprogramms PiT (Prävention im Team) einen wichtigen Baustein meiner Arbeit.

Darüber hinaus biete ich regelmäßig Fahrten zu den evangelischen Kirchentagen an, wo wir bei guter Atmosphäre viele spannende Gespräche führen und neue Städte erkunden.

Nicht zuletzt feiern wir gemeinsam Gottesdienst im Schuljahr: den Gottesdienst zur Einschulung der neuen fünften Klassen, einen Weihnachtsgottesdienst und den „Abigottesdienst“, d.h. die Abiturientinnen und Abiturienten werden in einem feierlichen und fröhlichen Gottesdienst verabschiedet. An der Planung und Durchführung sind Kolleginnen und Kollegen aus den Fachschaften evangelische und katholische Religion ebenso beteiligt wie Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen.

Wichtig ist mir, zu ganz vielen HelmholtzschülerInnen sowie Kollegen und Kolleginnen einen guten Kontakt zu haben, denn die Helmholtzschule ist eine bunte und lebhafte Schule, wie es für Frankfurt am Main typisch ist. Daher sind alle ohne Unterschied willkommen und bilden eine „Schulgemeinde“ ohne Ansehen der Religion oder Konfessionszugehörigkeit.