Kunst als Unterrichtsfach und Forschungsfeld Kultureller Bildung

Ästhetisches Forschen in der Sekundarstufe I

Kulturelle Bildung in Kooperation mit dem Museum für Moderne Kunst und dem Deutschen Filmmuseum

Ab dem kommenden Schuljahr wird als neues Profil eine Kunstklasse eingeführt. So hat es die Gesamtkonferenz beschlossen und die Fachschaft Kunst freut sich darauf, in diesem Rahmen die bereits bestehenden Kooperationen mit einigen herausragenden Kulturinstitutionen Frankfurts weiterzuführen, die in den letzten Jahren in Kulturforscher!- Projekten entwickelt wurden

Denn, wer bestimmt eigentlich, wann ein Kunstwerk ein Kunstwerk ist? Warum langweilen   mich manche Kunstwerke? Wie kann ich meine eigene Bildidee so umsetzten, dass sie gut wird? Nehme ich lieber Ton oder konstruiere ich das Modell besser mit Holz? Stimmt die Aussage, dass jeder Mensch ein Künstler sei? Wer bestimmt, was/ wer ausgestellt wird? Und warum werden viele Künstler erst berühmt, wenn sie tot sind?  Im Zusammenhang mit Kunst gibt es viele Fragen, die gar nicht so leicht zu beantworten sind.

In der Kunstklasse gehen wir unterschiedlichsten Fragestellungen zur Kunst nachmodellbau und fördern gezielt kreatives Handeln. Hier verbinden wir ästhetische Forschung und praktisches, künstlerisches Arbeiten. Schülerinnen und Schüler lernen intensiver den Umgang mit Zeichenmaterial, mit Pinsel und Farbe, mit plastischen Werkstoffen wie Ton oder Holz und haben hier mehr Zeit für eigene Experimente, da sie über den regulären Kunstunterricht hinaus in kleineren Gruppen nutzen können.

Wir arbeiten in enger Kooperation mit dem MMK Museum für Moderne Kunst und besuchen Ausstellungen des Städelmuseums, der Schirn und des Liebieghauses, dort werden Kunstwerke alter Meister und junger Künstler erforscht. Durch produktive und prozessorientierte Forschungsverfahren werden die Schülerinnen und Schüler zu Museumsexperten.

Im Jahrgang 5 stehen die klassischen Bildkünste und moderne Kunst im Zentrum, denn im MMK und in anderen Museen können wir von Experten erfahren, zu welchen Themen die Künstler ihre Werke schufen und warum manche Techniken einen bestimmten Ausdruck erzeugen. Hier erforschen wir in der Gruppe regelmäßig Originale, schauen Materialien aus der Nähe an, befragen Künstlerinnen und Künstler, verfolgen ein Thema durch die Kunstgeschichte, staunen über Darstellungsweisen entwickeln Fragen. Die Erfahrungen und Erkenntnisse der Ausstellungsbesuche fließen in die ästhetisch-praktische Arbeit ein, die größtenteils in den Kunsträumen und Werkstätten in der Schule stattfindet.

FilmIn der 6. Klasse widmen wir uns in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmmuseum dem Thema Film, dem filmischen Erzählen, optischen Phänomenen, dem Berufsfeld Film, der Filmkritik und der Magie der Bilder. Ob Stummfilm, Trickfilm, Spielfilm oder Experimentalfilm – in eigenen Filmexperimenten werden die Bildgeschichten erzählt und gezeigt, die uns selbst interessieren.

Im ästhetischen Forschungsprozess lernen die Schüler, eigene künstlerische Ideen umzusetzen, kreative Strategien zu entwickeln, ihnen nachzugehen und wirksame Entscheidungen zu treffen. Weil die Klasse in den zusätzlichen Profilstunden geteilt ist, können die Schülerinnen und Schüler individueller betreut und Expertengespräche ermöglicht werden. Geplant ist auch, dass die Klasse an einem weit gefassten Thema arbeitet, jeder Schüler sich seinen "Forschungsschwerpunkt" sucht und dass die ästhetischen Produkte jährlich in einer Werkschau präsentiert werden.

So werden in der Kunstklasse parallele Prozesse stattfinden: das Erforschen von Kunstwerken und künstlerischen Strategien und die Stärkung eigener künstlerischer Talente und kreativer Ausdrucksweisen.  Das Angebot der Kunstklasse richtet sich an neugierige Kinder, die gerne experimentieren und Interesse an kreativem Gestalten haben


Ästhetisches Forschen in der Sekundarstufe II

 

documenta 14Projektfahrt nach Kassel "Lernen von der documenta 14"

 

Es geht um den individuellen, den denkenden Körper, der sich dem Machtapparat entgegenstellt. Ich denke, das ist das Schlüsselmoment. Und die Künstler sind bestens gewappnet, um sich diesem Schlüsselmoment zu stellen (…) A. Szymczyk 

Ziel unseres Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler an eine selbstständige Auseinandersetzung mit Kunst der Gegenwart heranzuführen und ihnen Methoden und Möglichkeiten zur vertiefenden Erarbeitung zur Verfügung zu stellen. Die aktuelle documenta 14 zeigt Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in einem politischen und sozialpolitischen Zusammenhang stehen und deren Werke in ihrer inhaltlichen Aussage und  komplexen bildnerischen Ausformung einer genaueren Erforschung, teilweise der Vermittlung bedürfen. Das braucht Zeit und einen neugierigen Blick.

14Im Vorfeld erhielten alle Kunstkurse der E-Phase Besuch von Frankfurter Künstlern, um deren Arbeitsweise kennenzulernen und eigene künstlerische Handlungsfelder und Aussagemöglichkeiten zu erprobt. Diese Workshops fanden innerhalb der Schulzeit und im Kunstunterricht statt. Die mehrstündigen Workshops hielten FLORIAN HAAS, LAURA J. PADGETT und THOMAS ERDELMEIER und Ergebnisse können bei der geplanten Abschlusspräsentation betrachtet werden.

Während der Projektwoche fuhr dann eine Gruppe von 22 Schülerinnen und Schülern in Begleitung von Kunstlehrern und zwei Studentinnen der Goethe-Universität nach Kassel, um dort an 3 Tagen zahlreiche Werke zu untersuchen, Fotos zu machen, Interviews zu führen und eigene bildnerische Ideen zum Gesehenen zu entwickeln.

präsentationProzessergebnisse und ästhetische Produkte der Auseinandersetzung wurden bereits an der Abschlusspräsentation gezeigt – eine größere Ausstellung, gemeinsam mit anderen Frankfurter Schulen, ist für den Herbst an einem öffentlichen Ort in Frankfurt geplant!

Termin und Ort folgen!

 

 

 


Kunstprojekt 2017 "Baukunst in Frankfurt"

Baukunst zwischen Funktionalismus und Utopie – in diesem Spannungsfeld wurde in der Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“ im D.A.M. (Deutsches Archiekturmuseum) ein Einblick in die historische Entwicklung des Siedlungsbaus gegeben. Am Beispiel des Ernst May Hauses in der Römerstadt mit der Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky lernten die TeilnehmerInnen das NEUE FRANKFURT als wegweisende Strömung der frühen Moderne kennen und setzten ihre Kenntnis in eigenen Architekturmodellen aus Pappe/ Papier um. Dekonstruktivistische Architektur und skulpturale Baukunst wurde schwerpunktmäßig in experimentellen Modellen erarbeitet.

Am Beispiel des Ernst-May-Hauses und der fotografisch und zeichnerisch dokumentierten eigenen Wohnsituation konnten Fragen zur Stadtentwicklung, zur Funktion von architektonischen und innenarchitektonischen Konzepten und zum Spannungsfeld von Funktion und ästhetischer Form erschlossen werden. Abschließend wurde eine gemeinsame Ausstellung der Modelle (Vitrine im Schulgebäude)  als Präsentation fertig gestellt.

modelle

 

Kunstprojekt 2016 "Kunst in Frankfurt"

im Atelier

 

Die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase besuchten am Mittwoch, dem 11. Mai 2016, den Künstler Max Weinberg im Atelier, um mit ihm zu diskutieren und zu malen. Dabei bewiesen sie ein gutes Bildgespür. Die Begegnung bildete für die Jugendlichen einen Höhepunkt der viertägigen Fahrten-/ und Studienwoche zum Thema „Kunst in Frankfurt“.

 

Im Rahmen des Projektes hatten sie die künstlerischen Möglichkeiten ihrer Umgebung erkundet und in vier verschiedenen Ateliers täglich an Leinwänden gearbeitet, sodass ihre Bilder Tagebuchcharakter erhielten. Die Aktion wurde konzipiert und geleitet von den Kunstlehrern Eva Czischek und Wolfgang Wild. Das Projekt startete im Kunstwerk Ost bei den Künstlern Karsten Jordan und Hakan Weigl, die regelmäßig mit Max Weinberg arbeiten und den Kontakt zwischen ihm und den Schülern ermöglichten. Dort bemalten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre Leinwände, sondern besprühten auch das Auto von Karsten Jordan. Am nächsten Tag besuchten Sie im MMK eine Ausstellung von Kader Attia und lernten in einem Workshop, ihre Leinwände erst zu zerstören und dann zu reparieren. Der dritte Tag bildete den Höhepunkt der Kunstwoche. Zunächst besuchten die Jugendlichen einen Graffiti-Kurs in den Ateliers des Jugendladen Bornheim in der Naxoshalle, um dann am Abend Max Weinberg zum gemeinsamen Malen zu besuchen. Der Künstler empfing die Gruppe sehr freundlich und gewährte Einblicke in eine unglaubliche Fülle an groß- und kleinformatigen Werken, die er – teilweise auf Tischen geschichtet – an seiner Arbeitsstätte lagert. Diese zeigen in immer neuen Variationen bunte, bisweilen skurrile Portraits und Akte mit überzähligen Augen, Mündern oder Gliedmaßen. Max Weinberg erklärte den Helmholtzschülerinnen und -schülern die künstlerischen Möglichkeiten einer Mischtechnik von Fugenschaum und Ölfarbe sowie seine lebenslange Inspirationsquelle, die Musik Ludwig van Beethovens.

Die Leuchtkraft und Lebendigkeit von Max Weinbergs Motiven traf den Geschmack der Schülerinnen und Schüler. Sie unterhielten sich angeregt mit ihm und berichteten auch von eigenen malerischen Erfahrungen aus dem Unterricht. Der 88-jährige Künstler, dem der Meinungsaustausch mit der zukünftigen Künstlergeneration sehr gefiel, bemerkte erfreut: „Die Jugendlichen haben ein Gespür dafür, was ein gutes Bild ist.“

Anschließend breiteten die Schülerinnen und Schüler ihre Farben und Leinwände aus, um gemeinsam mit Max Weinberg zu malen. Dabei beriet er die Schülerinnen und Schüler und übernahm auch selbst den Pinsel, um bei der Linienfindung zu helfen. Dann wurde das Atelier kurzzeitig zur Galerie, Max Weinberg erprobte wie ein Kurator gemeinsam mit den Schülern eine ausstellungstaugliche Hängung für die spätere Präsentation in der Schule. Zum Abschied riet er der kunstinteressierten Gruppe: „Bleibt cool!“ Am nächsten Tag ließen die Schülerinnen und Schüler das Erlebte bei einem gemeinsamen Frühstück Revue passieren und stellten im Anschluss ihre Leinwände fertig. Dann besuchten Sie zum Abschluss der Kunstwoche das Café „Familie Montez“.(Kra)


Schulkünstler und Schulkünstlerinnen

Bereits zum fünften Mal arbeitet im Schuljahr 2017/18 eine Künstlerin mit Schülerinnen und Schülern zusammen. In den vergangenen Jahren konnten Schülerinnen und Schüler in Arbeitsgemeinschaften oder in Unterrichtsprojekten ganz unterschiedliche Künstler und Künstlerinnen und deren Arbeitsweisen kennen lernen und in eigener künstlerischer Auseinandersetzung praktisch mit diesen zusammenarbeiten. Das Schulkünstlerjahr wird jeweils mit einer Präsentation beendet.

  • 2013/14  - Gisa Hillesheimer, Fotografin/ Grafikerin/ Filmemacherin
  • 2014/15  - E.M.C. Collard, Malerin
  • 2015/16  - Sascha Wild, Musiker/ Soundartist
  • 2016/17  - Dominikus Landwehr, Künstler/ Initiator soziokultureller Projekte
  • 2017/18  - Laura J. Padgett/ Film- und Fotokünstlerin

 

Projektjahr 2017/18 mit Laura J. Padgett

Wir freuen uns bekannt geben zu können, dass das 5. Schulkünstlerprojekt der Helmholtzschule mit der in Frankfurt lebenden Fotografin und Filmkünstlerin Laura J. Padgett stattfinden wird.

Im Schuljahr 2017/18 wird die Künstlerin Schülerinnen und Schüler der Helmholtzschule unter dem Arbeitstitel „Zwischen Alltag und Inszenierung“ auf deren fotografischer Suche begleiten. Der forschende Blick durch das Kameraobjektiv wird den Vorgang der Motivsuche und –inszenierung lenken, wobei Padgett die Jugendlichen unterstützen wird, den Fokus im Bild-Erzählen bewusst zu setzen. Hier wird dem täglichen, beiläufigen Prozess des schnappschussartigen Bilderproduzierens und Bilderfindens ein bewusstes Bildererfinden gegenübergesetzt werden. Die teilnehmenden Oberstufenschülerinnen und -schüler werden Gelegenheit haben, die künstlerische Arbeit Padgetts kennenzulernen, im eigenen gestalterischen Prozess begleitet zu werden und Kritik durch die Künstlerin zu erhalten. Am Ende der gemeinsamen Arbeit soll im Frühsommer 2018 eine Ausstellung der Schülerarbeiten stehen, die im städtischen Raum gezeigt werden soll.

Den Auftakt des Projektjahres bildet ein Künstlergespräch am 23. August 2017 in der aktuell stattfindenden Ausstellung SOMEHOW REAL. Die Ausstellung im MUSEUM GIERSCH zeigt Werke aus den letzten 15. Jahren der Preisträgerin des aktuellen Marielies-Hess-Kunstpreises 2017 und bietet damit einen idealen Einstieg  für die Zusammenarbeit der Künstlerin mit der Kunstlehrerin Tina Baumung und Schülerinnen und Schülern.

Informationen zur Künstlerin:

http://lpadgett.net

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Laura-J-Padgett-Die-Seherin;art675,2183225

Projektjahr 2016/17 mit Dominikus Landwehr

flyer
Bornheimer Wochenblatt, 6.7.2017

"Visionen der Schüler, Dominikus Landwehr und das schwierige Projekt Mauerbild -

Bild-Geschenk an die Schule"

 

Ostend (jf) – Kurz vor der Präsentation wird noch gepinselt, die Projektteilnehmer verewigen sich auf der „Wall of Fame“. Das weiß getünchte Mauerstück auf dem Helmholtz-Schulhof schließt sich rechtwinklig an die etwa 50 Meter lange, nun bemalte Mauer an. „Das war ein dreitägiger Kraftakt, nahezu Kampfmalen“, kommentiert Dominikus Landwehr.

Im September 2016 begann der Künstler und Projektdesigner seine Tätigkeit als Schulkünstler am Helmholtzgymnasium. Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen hatte Landwehr aus rund 200 Projekten an verschiedenen Bildungseinrichtungen. Und geliefert hatte die Schule bereits etwas für ihr viertes Schulkünstlerprojekt: Grundlage für die Mauergestaltung war ein Wettbewerb, in dem Ideen für die Wand gesucht wurden. „Das war natürlich schon eine Steilvorlage“, sagt Landwehr.

Bislang war die Mauer nur mit zwei Motiven geschmückt – mit dem Porträt des Schul-Namensgebers Hermann von Helmholtz und mit dem Porträt von Johann Amos Comenius. Das sollte anders werden. Kunstlehrerin Tina Baumung hatte etwa 50 Jugendliche für das Projekt begeistert, das mit Hilfe der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen umgesetzt wurde – beide Stiftungen ermöglichen seit vielen Jahren die Arbeit von Schulkünstlern. Die Bildungseinrichtung muss allerdings ebenfalls engagiert dahinter stehen, genauso wie die Lernenden – für die Mädchen und Jungen ist die Teilnahme freiwillig und eine Chance, sich außerhalb des Schulalltags mit Kunst in besonderer Weise zu beschäftigen.

Aber dieses Vorhaben erwies sich als außerordentlich schwierig. 50 Meter Mauer mit unterschiedlichen Höhen, Abstufungen, Winkeln waren zu meistern. Konzeptionell und handwerklich. „Es war ein Hammerprojekt“, sagt Landwehr zur offiziellen Übergabe an die Schule, „und es ist schon ein besonderes Geschenk.“

Lange vor den drei „Kampfmaltagen“ wurde in zehn Treffen über Hintergründe, Motive, Techniken gesprochen, gestritten und abgestimmt. „Basisdemokratie ist weitaus anstrengender als einfach einen Auftrag auszuführen“, bekennt Landwehr. „Aber zum Schluss sind die Jugendlichen ihren Entwürfen so nahe gekommen, dass die Bilder zur eigenen Sache geworden sind“, stellt der Künstler fest.

Als sei die Mauer nicht allein schon Herausforderung genug, mussten auch die beiden Porträts von Helmholtz und Comenius integriert werden. „Es gab auch die Überlegung, ein paar Felder offen zu lassen, aber jetzt ist doch noch alles fertig geworden“, bemerkt Baumung. An drei Tagen kämpften die etwa 25 aktiven Schüler gemeinsam mit Baumung und Landwehr zunächst gegen Regen, später gegen sengende Hitze und projizierten, malten, verglichen, verbesserten. Dazu gehörte auch, dass die Pinsel gründlich ausgewaschen werden mussten, keine Arbeitsvoraussetzung.

Schulleiter Gerrit Ulmke ließ es sich nicht nehmen, trotz Staatsexamensprüfungen in der Mittagspause vorbeizukommen: „Aus der hässlichen Mauer ist ein Kunstprojekt von Schülern für Schüler geworden“, würdigt er und dankt auch der Stadt – die verputzte die Mauer vor dem Farbauftrag.

In einem kleinen Rundgang stellt Tina Baumung die Jugendlichen und ihre Motive vor, die sehr vielfältig sind und von einem streng blickenden Mann mit Hut über eine Dschungelszene, Prometheus, ein Liebespaar bis hin zu Tanzenden und dem Spruch „Don’t just be another brick in the wall“ von Pink Floyd reichen – mit vielen Sternen auf dem von Gelb bis Violett verlaufenden interstellaren Hintergrund dazwischen.

 https://www.stadtpost.de/bornheimer-wochenblatt/bild-geschenk-schule-id38196.html
 

März 2017: Ein Mauerbild entsteht… erste Kreideskizzen werden ausprobiert!

schulhof

Seit einigen Wochen wird der Entwurf für unser Mauerbild weiterentwickelt. Dies geschieht unter fachkundiger Anleitung von Dominikus Landwehr, der in diesem Jahr als Schulkünstler mit Schülerinnen und Schülern zusammenarbeitet.

Die Initiative entstand im letzten Jahr aus einem Partizipationsprojekt im Fach Politik und Wirtschaft einer Klasse 7, die einen Bilder-entwürfeWettbewerb für die ganze Schule ausrief.

 

 

 

 

Mit Unterstützung der Schulleitung wurde die Wand fachmännisch in Stand gesetzt und Kunstkurse der Stufe E2 entwickelten Ideen für Farb- und Motivgestaltung. Motive daraus werden in dem Mauerbild vorkommen, ebenso wie aktuell auf der Mauer befindliche Motive integriert werden sollen. Seit einigen Wochen hat sich eine feste Gruppe von Schülerinnen und Schülern gebildet, die sich regelmäßig treffen, um die Gestaltungsideen auszuarbeiten und zu erproben, wie die Umsetzung an der Wand gelingen kann.

In den nächsten Wochen werden also Veränderungen wie Farbproben, Skizzen oder Motivfragmente und mit großformatigen Motiven experimentierende Schülerinnen und Schüler zu beobachten sein… wir dürfen gespannt sein!

 

 

 

Ankündigung September 2016

Im Schuljahr 2016/17 wird der Frankfurter Künstler Dominikus Landwehr mit Schülerinnen und Schülern  eine Schulwand verändern

“THIS WALL IS A DESIGNATED PICTURE AREA”

Wand

Dominikus Landwehr stellte sich zu Beginn des Schuljahres im Rahmen einer Auftaktveranstaltung der Schulgemeinde vor. Er unterstützt in seinem Projekt die Initiative einer Schulklasse, die im letzten Schuljahr eine eigenständige Wettbewerbsausschreibung für einen Kunst- und Gestaltungswettbewerb mit dem Ziel der Erhöhung der Schulidentifikation an der Schule ausrief. Die Klasse aus dem Jahrgang 7, die die Organisation und Wettbewerbsdurchführung im Rahmen eines partizipativen Projektes selbstständig durchführte, gibt die Ergebnisse nun an die Schule und den Künstler weiter. Denn die Bildmotive, die von Schulmitgliedern eingereicht wurden, sind Bezugspunkt für das Wandbild, das nun entstehen soll.

Mit Schülerinnen und Schülern werden nun bildnerische Ideen weiterentwickelt, Einzelmotive werden integriert und ein großes Wandbild wird im Laufe des Jahres auf der mittlerweile eigens dafür vorbereiteten Wand entstehen. Während der Phase der Bildkonzeption werden Schülerinnen und Schüler Techniken wie Malerei, Graffiti, Mixed Media und Blow-Up-Verfahren erproben können, sie werden mit dem grafischen Entwurf von Großflächengestaltungen sowie mit dem malerischen Prozess und der Flächenbewältigung an der großen Wand experimentieren. In der Schlussphase schließlich erfolgt die Ausarbeitung und Umsetzung des gemeinsamen Entwurfs, der mit einer Finissage gefeiert werden wird.

Landwehr

(Ausschnitt Einladungskarte Vernissage Dominikus Landwehr)

Das Schulkünstlerprojekt ist eine Initiative der Helmholtzschule und der Stiftung der Frankfurter Sparkassen Kulturstiftung und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, deren Ziel es ist, Kunstschaffende, Schüler und Lehrer in Kontakt miteinander zu bringen, den Schulalltag außerhalb des Normunterrichts zu bereichern und das Interesse für Kunst und Kultur zu wecken. Mit dem diesjährigen Projekt hat die Schule sich zum Ziel gesetzt eine künstlerische Arbeit an der Schule zu realisieren, die aus der Initiative von Schülerinnen und Schülern entstanden ist und die für die Schulgemeinde sichtbar auch nach dem Projektjahr bleiben wird. (Bmg/ Landwehr)

 

Projektjahr 2015/16 mit Sascha Wild

Bericht aus dem Bornheimer Wochenblatt (13.7.2016)          "Beeindruckender Abschluss: Alles in Klang und Farbe"

Ostend (jf) – Sascha Wild und Dirk Huelstrunk richten in der Aula der Helmholtzschule die Technik ein, werden dabei von Musiklehrer und Orchesterleiter Christoph Heyd unterstützt. Auf der Bühne befinden sich schon viele Instrumente: zwei dicke Kesselpauken, zwei Schlagzeuge, ein Keyboard. Vor der Bühne sind Drip-Bilder des Kunstkurses in einer kleinen Galerie zu sehen, die an Jackson Pollock erinnern – der Bezug ist gewollt. 

Ein Schuljahr lang arbeitete der Soundartist Sascha Wild als Schulkünstler mit insgesamt fast 100 Kindern und Jugendlichen der Bläserklasse, der 9d, der E-Phase, der Big Band und der Jazz-Rock-Gruppe zusammen. Die verschiedenen Projekte fanden in einzelnen Phasen sowohl im Unterricht als auch außerhalb statt. „Ich habe bestehende Strukturen genutzt und erweitert, bin auf große Offenheit und großes Interesse bei Schülern und Lehrern gestoßen. Das hat mich beeindruckt, und wir wollten von Anfang an so viele wie möglich einbeziehen“, stellt Wild fest. Für ihn ist es das zweite Schulkünstlerprojekt, für die Helmholtzschule das dritte – unterstützt wird es auch in diesem Schuljahr von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Das Projekt umfasste viele Bereiche. Im Biologieunterricht wurde über den Hörsinn gesprochen, im Musikunterricht wurden mit Handys Klänge im Schulhaus aufgenommen, lernten die Schüler vorher etwas über den Aufbau einer Fuge, die im Barock bei Händel und Bach ihren Höhepunkt erreichte.

Weg der künstlerischen Entwicklung unterstützen

Aus dem Kollegium wirkten neben Christoph Heyd die Pädagogen Tina Baumung, Heide Schimmelschmidt, Melitta Luta und Andrea Kramer mit. Schulleiter Gerrit Ulmke begrüßt die zahlreichen Gäste zum Abschlusskonzert – und stellt Dominikus Landwehr vor, der auf Sascha Wild im neuen Schulkünstlerprojekt folgen wird. „Das Projekt mit Sascha Wild hatte enorm viele Teilnehmer. Das ist etwas Besonderes. Eigentlich ist die Arbeit eines Schulkünstlers unbezahlbar, das große Engagement aller Beteiligten, ihr Zusammenwirken macht den Erfolg aus. Und wir freuen uns, diesen Weg der künstlerischen Entwicklung von Jugendlichen unterstützen zu können“, äußert Ottilie Wenzler, Mitgeschäftsführerin der Stiftung der Frankfurter Sparkasse.

Das Konzert beginnt mit dem Auftritt des Jazz-Rock-Ensembles „Blue Notes“ und dem Michael-Jackson-Titel „Billy Jean“, an einem von zwei Schlagzeugen spielt Sascha Wild mit. „Vor fast genau 21 Jahren habe ich an der Helmholtzschule mein Abitur gemacht“, beginnt Sascha Wild seine kleine Ansprache. Es sei für ihn eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gewesen, ein Heimspiel. Gestern, einen Tag vor dem Konzert, habe er seinen Freund Dirk Huelstrunk angerufen und gefragt, ob der nicht einen Part bei der Abschlussaufführung übernehmen könne. Später steht der Lautpoet Huelstrunk mit Wild auf der Bühne. Doch zunächst erklären Schüler der E-Phase, wie die Drip-Paintings entstanden sind: Sascha Wilds Musik erinnerte sie einmal an traurigen Regen, ein andermal führten harmonische Klänge zu harmonischen, hellen Farben.

Imposante Aufführung

„Die Klasse 9d und ich sind Freunde geworden, wir haben uns relativ oft gesehen und viele verschiedene Sachen ausprobiert. Die Jugendlichen haben Gedichte im Stil von Dada und Ernst Jandl geschrieben, Schulklänge gestaltet.“ Eine Kostprobe dieser Lautpoesie liefern Wild und Huelstrunk. Die Uraufführung der Schulhymne Ha-Ha-Es (Helm-holtz-schule) mit der Big Band II und Klangcollagen der 9d bildet den Abschluss und Höhepunkt. Etwa 20 junge Musiker stehen auf der Bühne. Beeindruckend.

„Meinem Nachfolger Dominikus Landwehr wünsche ich für sein Projekt ‚Mauergestaltung im Außenbereich der Schule’ ein genauso freundliches, produktives Umfeld, das man sich schöner nicht vorstellen kann“, sagt Sascha Wild am Ende der imposanten Aufführung.