Gemeinsam über interessante Fragen nachdenken, experimentieren, forschen – wir machen eine Projektwoche!

Die pädagogische Arbeit an der Helmholtzschule wird im Unterricht und im täglichen Miteinander gestaltet. Diese sind glücklicherweise stetig im Prozess und werden vom Kollegium und den Schülerinnen und Schülern weiterentwickelt. Eine aus der Leitbildentwicklung und dem letzten Pädagogischen Tag des Kollegiums hervorgegangene Initiative ist die Neueinrichtung einer gemeinsamen und möglichst vielfältigen Projektwoche. Am Ende des Schuljahres 2014/2015 vom 11.-15. Juli fand die Projektwoche unter dem verbindenden Überthema aller Projektgruppen „Forschende Lernen“ erstmalig statt und soll von nun an jährlich ihren festen Platz im Jahresplan erhalten.

 

Auf die meisten Schülerinnen und Schüler wartete somit zum Ende des Schuljahres nochmals die Gelegenheit sich in eines der vielen Projekte einzuwählen. Einzig die Klassenstufen 5 und 6 verblieben im Klassenverband und erlebten dort spannende Tage an zuvor gemeinsam mit den Klassenleitern ausgedachten Projekten. Die Leistungskurse in der Qualifikationsphase nutzen wiederum die Projektwoche, für eine andere bzw. eher wissenschaftliche Herangehensweise an Thematiken ihres Leistungskurses.
Bevor wir einen Erlebnisbericht einer Schülerin zu Wort kommen lassen, möchten wir hier eine kurze Übersicht über die Projekte der ersten Projektwoche geben.

Angebote für die Jahrgangsstufen 7 und 8:

Japan (Naturraum und Kulturraum), Römische Küche, Kunst in Frankfurt, Frankfurt – the place to be, Wir erobern die Stadt – Sport im städtischen Raum, 240° und mehr, Dreiecke im Gras – Origamics, Von der Wurfmaschine zum Androiden – Erfinden und Experimentieren, Messen mit mathematischen Instrumenten, Naturwissenschaftliche Beweise im Krimi, Zusammen leben und zusammen lernen – Konflikte gehören dazu.

Angebote für die Jahrgangsstufen 9 und die E-Phase:

Zusammen leben und zusammen lernen – Konflikte gehören dazu, Sport und Gesundheit, Erstellung einer Fitness-App, Sind wir deutsch? Konstruktionen nationaler Identität, Planspiel Beachmanager, Schreiben in Frankfurt, Jüdische Ethik trifft auf christliche Ethik, Salze – chemisch und auch sonst eine interessante Stoffgruppe, Die Schwierigkeit und das Geheimnis des Beweisens, Wort/ Ton/ Bild/ Text – Was passiert in der Projektwoche?

Zu Besuch bei: „The Aliens have landed“ - Ein Stimmungsbild

Was könnte passieren, wenn Aliens auf der Erde direkt bei einer Sehenswürdigkeit landen würden? Bei BigBen? Am weißen Haus? In Hollywood?
Die Klasse 6e setzt ihre Vorstellungen davon in Trickfilmen um. In 4er- Gruppen suchen die Schülerinnen und Schüler sich eine Sehenswürdigkeit aus dem englischsprachigen Raum aus, wo die Aliens landen würden.

Tag 2:
Weil am ersten Tag bei den „Aliens“ noch die Vorbereitungsphase stattfindet, bleiben Deliane und ich nicht lange und kommen am nächsten Tag wieder. Frau Höfer und Herr Heyd, die Leiter des Projekts, lassen uns machen, was wir wollen: Wir können uns im Raum frei bewegen, Fotos schießen und uns mit den SchülerInnen unterhalten, ihnen Fragen stellen. Nachdem wir uns über die Ideen der einzelnen Gruppen für ihren Film informiert haben, gehen wir von Tisch zu Tisch und machen Fotos. Alle Gruppen scheinen schon sehr weit zu sein: Vor ihnen liegen angefangene Modelle der Szenerie und es wird fleißig weitergearbeitet. Schüler schneiden Fotos und Buchstaben aus, kleben, malen und diskutieren. Man merkt, dass alle aufgeregt sind, im Raum 208 ist es sehr laut und chaotisch.

Tag 3:
An diesem Tag mache ich mich alleine auf zu den „Aliens“. Als ich durch die schon offen stehende Tür den Raum betrete, bin ich positiv überrascht. Ganz anders als am vorherigen Tag ist die Lautstärke angenehm. Die Schüler wuseln zwar wieder beschäftigt umher, aber es ist viel ruhiger. Und noch etwas hat sich verändert: Es geht in die Filmproduktion!
Ich fühle mich wie an einem richtigen Filmset. Zwar ist alles improvisiert, das Licht kommt von Schreibtisch- und Handytaschenlampen und die Ipads (mit denen gefilmt wird) sind auf Stühlen und Notenständern mit Tape befestigt, aber irgendwie ist es auf eine ganz eigene Art und Weise professionell.
Ich bekomme selber Lust mitzumachen beim Anblick der überall liegenden Papierschnipsel, Lego-Steinchen (die meisten arbeiten mit Lego-Figuren), Lampen, Szenenplakaten, Buchstaben aus Pappe und Ipads. Schüler kleben, malen, drehen Vor- und Abspann und verschieben Szenenbilder. Die Szenenbilder sind sehr unterschiedlich: „Hollywood“ aus Lego, das Weiße Haus mit Lego-Obama und Big Ben aus Papier.
Aber langsam verändert sich die Stimmung wieder. Herr Heyd und Frau Höfer legen fest, dass in einer Stunde der Vor- und Abspann für alle Filme fertig sein soll. Das stresst viele SchülerInnen sichtlich, es wird hektischer und die Stimmung untereinander ist leicht genervt. Aber auch Frau Höfer und Herr Heyd sind nicht mehr so entspannt. Sie beaufsichtigen die Gruppen, die hinter dem Zeitplan sind, strenger. Eine Aussage gegen Mitte des Tages: „Es ist eine Katastrophe, eine totale Katastrophe. Voll schlimm. Wir werden nicht fertig.“ –
Kopf hoch! Zu jedem Projekt gehört auch eine Krise.

Tag 4:
Als ich am Tag des Präsentationsmarktes den Raum betrete, ist die Stimmung wieder entspannt. Die Gruppen sitzen an ihren Tischen, haben Arbeitsblätter vor sich liegen und arbeiten konzentriert und ruhig. Frau Höfer erklärt mir, dass die SchülerInnen sich überlegt haben, welche Soundeffekte / Hintergrundmusik sie in ihren Filmen haben wollen. Jeweils ein Mitglied aus jeder Gruppe geht dann mit Herrn Heyd in die  Aula. Dieser erklärt in aller Ruhe, wie das Schnittprogramm auf den Ipads funktioniert und wie man Hintergrundmusik hinzufügt. Alle bemühen sich das Programm zu verstehen und freuen sich, wenn sie etwas geschafft haben.
Ich persönlich freue mich darauf, die fertigen Filme sehen zu können.
Es lohnt sich auf jeden Fall im Raum 208 vorbeizuschauen!

Clara Heise (Projektgruppe Text/ Bild/ Ton/ Film – was passiert in der Projektwoche?)

Den Abschluss der Projektwoche bildete ein „Markt der Möglichkeiten“ am Donnerstagnachmittag, den 14.7. 2016, bei welchem die Ergebnisse und Prozessdokumentationen einem großen Publikum (bestehend aus Eltern, Geschwistern und anderen Schülerinnen und Schülern) vorstellt wurden. Selbstverständlich war auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.